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  • Museum2

          Feuerwehrmuseum Nidda

    Das Feuerwehrwesen in der geschichtlichen Entwicklung

            von 1850 - 1950

Chronik des Feuerwehrmuseum Nidda

Das Niddaer Feuerwehrmuseum ist das einzige seiner Art im Wetteraukreis, eines von vier ähnlichen Einrichtungen in Hessen und von 35 in ganz Deutschland. Gegründet und Organisiert von Klaus Dickel, welcher zusammen mit der damalige Bürgermeisterin Lucia Puttrich im Jahr 2006 das 165 Jahre alten Grebäude und ehemaligen Spritzenhaus in der Gerbergasse 2, seiner neuen Bestimmung zugeführte. Als mehrstöckiges Fachwerkhaus einst durch die Niddaer Familie Reuning-Ludwig errichtet, diente es über eine Zeitspanne von rund 65 Jahren als Wohnhaus und wurde 1901 nach längerem Lehrstand von der Stadt Nidda erworben. Fünf Jahre später entschlossen sich die damaligen Ratsherren, das Haus zu einem Spritzenhaus umzubauen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde auch ein Schlauchturm errichtet und es wurden zwei Schuppen angebaut. Als Geschenk der Stadt zum 30. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Nidda fand am 2. Juni 1907 die feierliche Einweihung des Spritzen- oder auch Feuerlöschgerätehauses statt. Exakt 70 Jahre lang beherbergte das Gebäude Fahrzeuge und Ausrüstungen der Einsatzabteilung.

Schließlich fehlte es in dem ehemaligen Wohnhaus an Platz und sachgerechten Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrzeuge und das zunehmend komplexere technische Equipment sowie an Schulungsräumen. 1977, genau 70 Jahre nach ihrem Einzug, verließ die Feuerwehr ihr historisches Domizil am Marktplatz und zog in den neuen Feuerwehrstützpunk.

In den Jahren danach diente das Haus unter anderem als Sitz der DRK-Bereitschaft, später als Kleinmarkthalle. Knapp 30 Jahre nach ihrem Auszug, nämlich 2006, nahmen die Stadt und die Feuerwehr das historische Spritzenhaus erneut in Besitz - rund 780 Arbeitsstunden wandten die Feuerwehrkameraden seinerzeit zur Renovierung des Gebäudes auf und erhielten dabei viel Unterstützung aus der Bevölkerung.

Das Niddaer Feuerwehrmuseum dokumentiert die Entwicklung des Feuerwehrwesens zwischen circa 1850 und 1950 in der Gemeinde. Das hier versammelte Wissen soll an Besucher aller Generationen weitergegeben werden. Vor allem an verkaufsoffenen Sonntagen oder bei Festen auf dem Marktplatz und erst Recht bei den beliebten Oldtimertreffen mit historischen Feuerwehrfahrzeugen von nah und fern erhält das Feuerwehrmuseum regen Zuspruch.

Viele Fahrzeuge und Gerätschaften, Figuren in Einsatzkleidung, historische Fotos und Dokumente sprechen für sich, zudem gibt es Infotafeln. Allein das Gewicht der historischen Spritzenfahrzeuge lässt erahnen, unter welchem großen körperlichen Einsatz früher die Löscharbeiten abliefen.

Erste organisierte Feuerwehren sind bereits im antiken Ägypten und dem alten Rom nachweisbar. Im Mittelalter oblagen Brandschutz und Brandbekämpfung der Bürgerwehr, den Innungen und Zünften. Als Signalgeber dienten Turmwachen und Nachtwächter, die die Bevölkerung mit dem Alarmruf 'Feurio!' aus dem Schlaf rissen. Von ersten Berufsfeuerwehren kann man sprechen, sobald der "Feuerknecht" als eigener Berufsstand auftaucht und es Feuerlöschverordnungen gibt. Die ersten Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland entstanden um 1850 und rekrutierten sich vielfach aus den Mitgliedern der damals ebenfalls noch jungen Turn- und Sportvereine. Löschen und Brandbekämpfung war damals körperliche Schwerstarbeit, selbst wenn die Spritzenwagen mit Pferden zum Brandort gefahren werden konnten, mussten sie mit menschlichem Krafteinsatz präzise justiert werden.

Das älteste Stück des Feuerwehrmuseums ist ein Löscheimer, der zirka 1680 aus Stroh gebunden und mit Ton oder Lehm ausgekleidet wurde. Unmittelbar daneben befinden sich zwei etwa 200 Jahre jüngere lederne Löscheimer aus Nidda und Stornfels, auch die Schläuche waren ursprünglich aus Leder, Bekleidung und Ausrüstung durchaus zweckmäßig, jedoch weit von heutiger Effektivität und dem so wichtigen Selbstschutz für die Einsatzkräfte entfernt, wie man an den entsprechend bekleideten Schaufiguren gut erkennen kann. "Wasserdicht ausgekleidete Stroh-, später Ledereimer waren ab dem Mittelalter die einfachsten 'Feuerlöscher', die im Brandfall von Hand zu Hand weitergereicht wurden, wobei die Menschen eine Kette vom Wasserreservoir bis zur Brandstelle bildeten. Ein Löscheimer gehörte deshalb zwingend in jeden Haushalt und wurde auch in Nidda jungen Paaren bei der Eheschließung überreicht. An heimische Brandschutztechnik oder Rauchmelder war damals nicht zu denken.

Von einfachen Holzleitern und Einreißhaken über dampf- und schließlich motorbetriebene Spritzen ging die rasante Entwicklung bis zum Löschgruppenfahrzeug LLG. Das Prunkstück steht gleich im offenen Eingangstor des Feuerwehrmuseums am Niddaer Marktplatz: Das Löschgruppenfahrzeug LLG, 1941 gebaut bei Daimler-Benz in Mannheim, ist der ganze Stolz. Die ersten Jahre verbrachte das Fahrzeug der Feuerlöschpolizei im Ferneinsatz der Feuerwehr Nidda, nämlich bei Luftangriffen in Frankfurt und Offenbach, Kassel, Gießen, Hanau, Friedberg und Mannheim - wo es auch beschossen wurde und ein paar Löcher im Heck davontrug. Nach 1945 wurde es feuerrot gespritzt und diente der Feuerwehr Nidda weiter bis 1981. Dabei wurde so mancher Großbrand erlebt, zum Beispiel bei der Firma Himmelsbach auf dem späteren Hornitex-Gelände. Seit 1981 war das Fahrzeug ausgemuster und wurde in einjähriger Arbeit von vielen Feuerwehrkameraden in den Auslieferungszustand von 1941 zurückversetzt und fand im Feuerwehrmuseum ein bleibendes Zuhause.

Das Feuerwehrmuseum fungiert auch als Außenstelle des Standesamtes Nidda und wird vor allem für Trauungen in den Reihen der Wehr gerne genutzt.

Das Niddaer Feuerwehrmuseum ist von März bis Dezember jeweils am ersten Sonntag im Monat von 13 bis 15 Uhr sowie nach Terminvereinbarung geöffnet. Museumsleiter Bernd Haas ist unter der Rufnummer 06043/1754 erreichbar. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird aber gern entgegengenommen.

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